Hochschultagung 2020

Der Leib als Tempel

Berufsgruppenübergreifende Seminararbeit der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft. Für Ärzte, Pharmazeuten, Pflegende und Therapeuten, die Mitglieder der Freien Hochschule oder an der Freien Hochschule interessiert sind.

Samstag, 25. Januar bis Sonntag, 26. Januar 2020, am Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe

Liebe Tagungsteilnehmer,

Was ist das Wesen des Leibes und in welchem Verhältnis steht er zur Seele und geistigen Individualität des Menschen? Oft wird der Leib als das Unterste und Niedrigste dieser Gliederung empfunden. Auf der anderen Seite zeigen unsere Organe im Vergleich zu unserer seelisch-geistigen Entwicklung eine sehr weit ausgereifte Form. Der Mensch kann seelisch herzlicher werden, das Herz selbst ist demgegenüber seiner Anlage nach bereits sehr vollkommen. „Der Leib ist Gottes“ hat Rudolf Steiner formuliert.

Dieser Ehrfurcht vor dem Leben und dem menschlichen Leib steht heute vielfach eine wachsende Entfremdung von der eigenen Leiblichkeit gegenüber. Die Zahl leibverändernder, plastisch-chirurgischer Eingriffe, von Tätowierungen, von gezielten diätetischen Veränderungen der Leiblichkeit etc. nimmt weltweit zu. So kann der Leib der Individualität fremd werden. Viele Menschen entwickeln in ihrer Kindheit und Jugend keine stabile leibliche Verankerung oder werden durch traumatische Erfahrungen aus dieser herausgerissen. Diese Entwicklung und Störung der seelisch-leiblichen Resonanz kann z.B. autoimmune Erkrankungen oder psychiatrische Krankheitsbilder verursachen. Die heute ebenfalls zunehmenden somatoformen Erkrankungen verändern das Leiberleben und spiegeln ein verändertes Zusammenspiel der Wesensglieder.

In der Gesundheit ist der Leib bis in alle Einzelheiten seiner Gestalt Ausdruck der Ich-Organisation. Er ist der Tempel des Ich-Wesens in seiner sich erst entwickelnden Gestalt. „Es gibt nur einen Tempel in der Welt, und das ist der menschliche Körper. Nichts ist heiliger als diese hohe Gestalt“ formulierte Novalis. Als Leibestempel wurde der Leib ursprünglich von den Schöpfermächten des Menschen zum Tempel des Ich geformt. Heilen bedeutet die Verbindung mit diesen, aus dem Göttlichen stammenden, leibbildenden Kräften, durch die der Leib gesunden, die Seele reifen und der Geist sich entwickeln kann.

Wir werden diese Gesichtspunkte durch die Hochschularbeit an der 11. Klassenstunde, die sich dem Tempelbau widmet, vertiefen und parallel dazu an den spirituellen Fragen der Leibbildung arbeiten. Durch eine Patientenvorstellung und eine Falldarstellung werden wir unserem Thema in der Praxis begegnen, die Kräfte der Leibbildung in der Heileurythmie erfahren und in der Sprachgestaltung wahrnehmen können.

Wie in jedem Jahr geht der Hochschultagung unter dem Titel „Vertrauen in der Medizin“ eine gemeinsame Arbeit am Lukasevangelium und an der Apostelgeschichte voraus. Darin begegnet uns und verwandelt sich das Tempelmotiv in vielfältiger Weise: der Weg zum Tempel, das Tor des Tempels, die Gemeinschaft im Tempel und die Begegnung mit dem Göttlichen im Tempel, mit der das Lukasevangelium einsetzt.

Wir freuen uns auf die gemeinsame Arbeit in Berlin.
Matthias Girke und Georg Soldner

--> Programm

 

 


Der Leib als Tempel

Anmeldung Hochschultagung

Verbindliche Anmeldung bis 10. Januar 2020
Beruf*
Tagungsbeitrag mit Pausenverpflegung*
*Mitglied GAÄD, GAPiD, DtGAP, ausländische Ärztegesellschaften

Mitglied werden (Info unter: www.gaed.de/mitglied-werden)
Rechnungsadresse:*
* Pflichtfeld

Bitte überweisen Sie den Tagungsbeitrag erst nach Erhalt der Rechnung.

Bei Stornierung Ihrer Anmeldung berechnen wir eine Bearbeitungsgebühr in Höhe von mindestens 30 Euro. Ab 2 Wochen vor Veranstaltungsbeginn stellen wir 30 % des Tagungsbeitrags, ab 1 Woche vor Veranstaltungsbeginn 50 % des Tagungsbeitrags in Rechnung. Die Stornierung muss schriftlich per E-Mail oder Fax in der Geschäftsstelle erfolgen.