Masern

Masern sind eine hochfieberhafte und sehr ansteckende Kinderkrankheit. Sie kommt heute auch bei Jugendlichen und Erwachsenen vor. In diesem Alter kann die Krankheit besonders schwer verlaufen. Ebenso sind Säuglinge besonders gefährdet. Weltweit wird eine zweimalige Masernimpfung mit Beginn im frühen Kindesalter empfohlen. Ein ausreichender Masernschutz ist besonders wichtig für Jugendliche und Erwachsene, die nach 1970 geboren wurden.

 

Das Krankheitsbild

Auslöser der Erkrankung ist das Masernvirus, das durch Tröpfcheninfektion übertragen wird. Etwa 10 Tage nach der Ansteckung kommt es erstmals zu Fieber, Schnupfen, Husten und Bindehautentzündung: Der Patient sieht zunächst typischerweise „verrotzt“, „verheult“ und „verschwollen“ aus. Teilweise finden sich in der Mundschleimhaut kleine, weiße Flecken. Nach etwa 2 Tagen – an denen das Fieber vorübergehend auch abfallen kann – bildet der Körper in der Auseinandersetzung mit dieser Virusinfektion hohes Fieber (bis ca. 40/41 °C) und es entwickelt sich ein kräftig roter, mittel- bis grobfleckiger, manchmal zusammenfließender Hautausschlag, der sich vom Hals nach unten bis zu den Gliedmaßen ausbreitet. Die Patienten wirken in dieser Zeit meist sehr krank, lichtempfindlich und weinerlich. Die Gesichtszüge erscheinen weicher, das ganze Gesicht wie „aufgequollen“. Der Ausschlag blasst nach 3 bis 5 Tagen ab, das Fieber sinkt. 4 Tage nach Ausbruch des Ausschlags ist der Patient nicht mehr ansteckend. Typisch für Masern ist der bellend und hart klingende, oft quälende und hartnäckige Husten. Es kann auch Durchfall auftreten. Während des Fiebers und nach seinem Abklingen benötigen die Patienten Ruhe und eine ausreichende Erholungszeit, die mehrere Wochen dauern kann. Masern hinterlassen eine lebenslange Immunität. Das Fieber sollte während der Masernerkrankung nur gelenkt, aber nicht unterdrückt werden, da es die Überwindung dieser Viruserkrankung fördert (1, 2). Der Verlauf der Masern kann durch erfahrungsbasierte ärztliche und pflegerische Maßnahmen positiv unterstützt werden (1), (3, S. 431–435).

Masernerkrankte und -inkubierte sind vom Besuch von Gemeinschaftseinrichtungen (Schulen, Kindergärten) ausgeschlossen, bis von ihnen keine Gefahr einer Weiterverbreitung der Erkrankung mehr ausgeht. Dieses Verbot wird durch die Gesundheitsbehörden überwacht. Masern sind bereits 5 Tage vor Ausbruch des Ausschlags ansteckend. Seit 2001 ist die Erkrankung meldepflichtig.

 

Komplikationen

Ein schwerer Verlauf und Komplikationen sind eher zu erwarten bei intensiver Ansteckung (Geschwisterkinder, beengte Verhältnisse), Immunschwäche und atypischem Erkrankungsalter (Säuglinge, Jugendliche und Erwachsene).

Die häufigsten Komplikationen sind die Mittelohrentzündung, die sich durch Ohrenschmerzen bemerkbar macht, und die Lungenentzündung, jeweils in ca. 2 % aller Fälle. Die Lungenentzündung ist daran zu erkennen, dass das Kind Atemnot entwickelt, die Atmung „anstößt“ und dabei Husten auslöst und der Allgemeinzustand des Kindes sich verschlechtert. Bei Masernkomplikationen muss immer der Arzt gerufen werden.

Masern-Enzephalitis

Seltener, aber besonders ernst zu nehmen, ist eine Masern-Gehirnentzündung, die Masern-Enzephalitis. Sie kommt bei ca. 0,1 % der Fälle vor (vor allem bei Jugendlichen und Erwachsenen, seltener bei Kindern) und kann ab dem 3. Tag nach Beginn des Ausschlags, selten auch verzögert noch nach Wochen auftreten. Die Enzephalitis äußert sich durch Störungen des Bewusstseins, Wesensveränderungen, Kopfschmerzen, Krampfanfälle und Lähmungen. Bei Ableitung der Hirnstromkurven (EEG) findet der Arzt charakteristische Veränderungen. Bei einer schweren Masern-Enzephalitis heilt etwa die Hälfte der Fälle aus, ca. 15 % der Betroffenen sterben und 35 % erleiden anhaltende Schädigungen des Nervensystems. Insgesamt neigen Jugendliche und Erwachsene eher zu schweren Masernverläufen und Komplikationen.

Subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE)

Bei Ansteckung im 1. und 2. Lebensjahr besteht die Gefahr einer Panenzephalitis (SSPE), die Jahre später nach Masern auftreten kann. Betroffen sind vor allem Säuglinge, die sich angesteckt haben, nachdem ihr Nestschutz aufgebraucht war und bevor sie selbst geimpft werden konnten (Risiko etwa 1:1.000 im ersten Lebensjahr, später seltener – es existieren keine genauen Daten (4, 5)). Es kommt zu einem fortschreitenden Abbauprozess des Gehirns mit entsprechenden Ausfällen vor dem unweigerlich und langsam eintretenden Tod.

Erwachsene sind stärker gefährdet

Der Krankheitsverlauf bei Masern ist ab der Pubertät und im Erwachsenenalter deutlich schwerer und bedrohlicher (6). Eine Immunität gegen Masern ist für Jugendliche und Erwachsene dringend wünschenswert und war früher natürlich gegeben. Heute hängt sie von der Masernimpfung ab. Bei unklarer Situation sollten Erwachsene, die nach 1970 geboren wurden, untersuchen lassen, ob sie gegen Masern geschützt sind.

 

Nachlassender Nestschutzes

Die Begegnung mit „Wildmasern“ verstärkte früher den Schutz der natürlich und der durch Impfung immunisierten Personen. Mütter, die Masern durchgemacht hatten, vermittelten einen erheblich stabileren Nestschutz als Mütter, die geimpft worden sind. Infolge der allgemeinen Masernimpfung ist der Masern-Nestschutz für Säuglinge immer unsicherer geworden (7). Säuglinge ohne Nestschutz können leichter an Masern erkranken und haben ein deutlich höheres Komplikationsrisiko. Familien mit mehreren Kindern, in denen die älteren Kinder noch nicht geimpft sind, müssen sich dieses Risikos bewusst sein und sich die Frage stellen, ob sie nicht zugunsten des Säuglings die älteren Kinder impfen lassen. Gleiches gilt innerhalb einer Kinderkrippe, in der Säuglinge betreut werden. Die beobachteten Fälle von SSPE sollten in jedem Fall Anlass sein, Säuglinge streng von Masernkranken fernzuhalten.

Insbesondere bei Jugendlichen und Erwachsenen ist heute in Deutschland die Masernimmunität nur lückenhaft vorhanden (8). Neben Ungeimpften kann sie auch bei einmalig Geimpften, in sehr seltenen Fällen selbst nach zweimaliger Impfung unzureichend sein, insbesondere dann, wenn die erste Impfung sehr früh, vor dem 1. Geburtstag, stattfand. Außerdem kann der Impfschutz im Verlauf des Lebens nachlassen, wenn z.B. durch fehlenden Kontakt mit Wildviren eine natürliche Auffrischung nicht mehr erfolgt (9). Daher kann es sinnvoll sein, zum Beispiel vor einer möglichen Schwangerschaft oder vor Reisen in Entwicklungsländer, die Immunität überprüfen zu lassen (siehe unten). Ist keine Immunität nachweisbar, sollte das weitere Vorgehen mit dem Arzt besprochen werden. Das gilt insbesondere für Frauen mit Kinderwunsch.

Der Schutz gegen Masern (die sog. „humorale Immunität“) kann vom Arzt durch den Nachweis von Antikörpern im Blut abgesichert werden. (Dies ist eine Privatleistung, die nicht von der gesetzlichen Krankenkasse getragen wird.) Ist der Antikörpernachweis positiv, kann er vom Arzt in den Impfpass eingetragen werden und wird so weltweit als Nachweis einer ausreichenden Masernimmunität akzeptiert.

 

Die Masernimpfung

Die Masernimpfung ist eine Lebendimpfung mit abgeschwächten Erregern. Sie wird in allen europäischen Ländern als zweimalige Masern-Mumps-Röteln-(Windpocken)-Kombinationsimpfung öffentlich empfohlen. Einzelimpfstoffe sind derzeit zwar nicht in Deutschland, jedoch über die Apotheke aus dem Ausland verfügbar. Die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) lautet: Eine Impfung zwischen dem 11. und vollendeten 14. Lebensmonat, für Kinder, die in Gemeinschaftseinrichtungen betreut werden, ab dem 9. Lebensmonat. Die zweite Masernimpfung soll laut STIKO bis zum Ende des zweiten Lebensjahres, Nachholimpfungen möglichst bis zum vollendeten 18. Lebensjahr erfolgen. Erwachsene, die nach 1970 geboren sind, keine Masern hatten und nicht oder nur einmal geimpft sind, sollten ihren Schutz prüfen lassen (siehe oben) und gegebenenfalls eine Impfung erhalten.

Die erste Impfung schützt in über 93 % der Fälle, mit der zweiten Impfung erreichen etwa 96 % der Geimpften einen Masernschutz. Allerdings sind die Ansprechrate und der langfristige Schutz deutlich geringer, wenn bereits im Alter unter einem Jahr erstmals geimpft wird (10, 11). Dies kann durch eine zweite Impfung nicht vollständig aufgehoben werden. Viele europäische Länder und auch das Bundesland Sachsen empfehlen die zweite Masernimpfung deutlich später als die STIKO (Sachsen: mit 4 Jahren), um den langfristigen Schutz zu verbessern (12). Es gibt jedoch immer einzelne Menschen, die durch den Impfstoff keine Immunität aufbauen (13).

 

Nebenwirkungen der Masernimpfung

Die derzeit umfangreichste wissenschaftliche Übersichtsarbeit (Cochrane Review) (14) kam 2012 zu der 2019 immer noch aktuellen Aussage, dass die vorhandenen Studien die Sicherheit der Masern-Mumps-Röteln-Impfung bisher nur unzureichend klären.  Andererseits zeigen Studien aus den letzten Jahren, dass die Masernimpfung als sogenannte „Lebendimpfung“ auch positive Auswirkungen auf die Reifung des Immunsystems kleiner Kinder haben kann („unspezifische Effekte“) (15, 16).

Häufige Folgen der Masernimpfung als Lebendimpfung sind Fieber und Hautausschlag (sog. Impfmasern) bei 3 bis 5 % der Geimpften in der 2. Woche nach Impfung. Dies sind Zeichen einer gesunden Reaktion des Organismus auf die Lebendimpfung. Das Vermeiden außergewöhnlicher Belastungen in den ersten zwei Wochen nach der Impfung erscheint bei der Lebendimpfung sinnvoll, da die Geimpften mit dem Impfvirus „angesteckt“ wurden und diese Ansteckung aktiv überwinden müssen. Fieberkrämpfe treten bei 1 von 500 Geimpften auf. (4 % aller 0,5- bis 5-jährigen Kinder neigen generell zu Fieberkrämpfen.)

 

Masern und Globalisierung

Nach wie vor sind Masern ein gravierendes gesundheitliches Problem in wirtschaftlich schwachen Ländern: Weltweit starben 2017 etwa 110.000 Menschen an Masern, in der Mehrzahl Kinder. In Deutschland muss heute mit einer deutlich erhöhten Gesamtmasern­sterblichkeit als früher gerechnet werden. Sie liegt einschl. SSPE in der Größenordnung von 1:1.000 Masern-Erkrankten (17). Dabei tragen Säuglinge, Erwachsene und Patienten mit Immundefekten ein höheres Risiko als andere. Der Schutz dieser Risikogruppen kann ein wesentliches Motiv sein, für die Impfung einzutreten.

Eine Ausrottung der Masern wie beim Pockenvirus ist vermutlich in absehbarer Zeit nicht möglich (18). In der von der WHO definierten Region Europa (EU und Nachbarländer wie Türkei, Georgien, Ukraine) erkranken jährlich mehr als zehntausend Menschen an Masern. Ob Europa das Ziel einer Masern-Elimination (dies entspräche weniger als einem Erkrankten auf 1 Mio. Einwohner) bis 2025 erreichen kann, ist derzeit fraglich. Darüber hinaus bestehen große und möglicherweise unüberwindbare Schwierigkeiten, Masern in sehr armen Ländern zu eliminieren, aus denen immer mehr Menschen zu uns kommen. Mittlerweile erkranken in Deutschland verstärkt Erwachsene – mit einem ungünstigeren Krankheitsverlauf als bei Kindern.

 

Vom Sinn fieberhafter Infekte bei Kindern

Die Frage nach dem möglichen Sinn einer Krankheit wird nur selten gestellt. Für die Reifung des kindlichen Immunsystems sind akut fieberhafte Erkrankungen im Kleinkindalter jedoch wichtig (19). Dies kann unterstützt werden durch den Verzicht auf fiebersenkende Medikamente und unnötige Antibiotika, eine kompetente Pflege, angepasste Ernährung und ärztliche Betreuung. Durch das Fieber überwindet das Kind nicht nur die Infektionskrankheit, sondern individualisiert dabei seinen Organismus. Die Regulation des Immunsystems, die jeder Mensch individuell erlernen und erwerben muss, kann dabei ausreifen (20). Es gibt inzwischen zahlreiche Hinweise darauf, dass sich hochfieberhafte Erkrankungen im frühen Kindesalter günstig auf die Reifung des Immunsystems auswirken. Dies trifft jedoch in gewissem Maß auch für Lebendimpfstoffe (z.B. den Masernimpfstoff) zu, wie aktuelle Studien zeigen (15, 16). Das Durchmachen einer Masernerkrankung kann vor diesem Hintergrund heute als zu riskant eingestuft werden.

Ebenso haben die Erziehung, die Ernährung, das Sonnenlicht und das Spiel im Freien etc. einen großen Einfluss auf die körperliche Entwicklung und Gesundheit. Eine gesunde Entwicklung des kindlichen Immunsystems ist auch ohne Masern möglich, wenn Kinder in diesem Sinne aufwachsen und bei Fieber eine entsprechende Pflege erfahren.

 

Die Verantwortung des Einzelnen

Heute sind in Deutschland bis zum Einschulungsalter bereits mehr als 95 % aller Kinder mindestens einmal gegen Masern geimpft. Eltern, die sich gegen eine Masernimpfung zum empfohlenen Zeitpunkt entscheiden, treffen diese Entscheidung nicht nur für ihr eigenes Kind: Sie tragen im Falle der Erkrankung auch eine Verantwortung dafür, dass ihr Kind unbeabsichtigt zur Infektionsquelle für ungeschützte Andere, insbesondere für Säuglinge werden kann. Im vollen Wartezimmer beim Arzt können Masern verbreitet werden, da diese am Beginn der Erkrankung bereits ansteckend sind, meist noch bevor man sie als solche erkennt. Auch die Situation der Geschwisterkinder (siehe oben) sollte gut bedacht sein.

 Es sprechen heute viele Argumente für eine erste Masernimpfung im zweiten Lebensjahr, wobei für das Ansprechen und einen möglichst nachhaltigen Impfschutz ein etwas späterer Impfzeitpunkt zwischen 13 und 18 Monaten günstiger erscheint (10, 11). Bei der Empfehlung der 2. MMR-Impfung erst im Kindergarten- bzw. Einschulungsalter gehen wir konform mit der Sächsischen Impfkommission (12) und mit der Mehrzahl der EU-Staaten (Empfehlung überwiegend mit 4 bis 6 Jahren oder noch später). Die zweite Impfung dient vor allem dazu, diejenigen zu schützen, die auf die erste Impfung nicht angesprochen haben. Wie oben ausgeführt, kann bei Masern eine ausreichende Immunität auch durch eine Laboruntersuchung (Impftiterbestimmung) nachgewiesen und in den Impfpass eingetragen werden.

 

Grundlagen für eine Entscheidung

  1. Angesichts der Tatsache, dass es einen klaren gesellschaftlichen Konsens in Deutschland gibt, die Masern als Erkrankung konsequent zu verhindern, sollten alle Eltern bedenken, ob sie sich dem anschließen und ihr Kind im zweiten Lebensjahr erstmals gegen Masern impfen wollen.
  2. Falls ein Kind nicht bereits nach Empfehlung der STIKO im zweiten Lebensjahr gegen Masern geimpft wird, sollte spätestens bei der Einschulung die Impfung erwogen werden. Das entspricht dem Alter, in dem früher in der Regel die meisten Kinder natürlich gegen Masern immunisiert waren.
  3. Besonders wichtig ist die Masernimmunität im Jugend- und Erwachsenenalter. Frauen sollten nicht ohne Masernimmunität schwanger werden. In Zweifelsfällen kann die Immunität gegen Masern und Röteln in einer Laboruntersuchung geklärt werden.
  4. Die Lebendimpfung gegen Masern kann positive Wirkungen auf das Immunsystem haben, die über den bloßen Impfschutz hinausgehen.

7. Aufl., Mai 2019

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Autoren

Dr. med. Markus Krüger, Kinder- und Jugendarzt, Aichtal

Prof. Dr. med. Alfred Längler, Kinder- und Jugendarzt, Herdecke
Dr. med. René Madeleyn, Kinder- und Jugendarzt, Filderstadt
Prof. Dr. med. David Martin, Kinder- und Jugendarzt, Herdecke
Dr. med. Christoph Meinecke, Kinder- und Jugendarzt, Berlin
Dr. med. Till Reckert, Kinder- und Jugendarzt, Reutlingen
Dr. med. Christine Saahs, Kinder- und Jugendärztin, Krems, Österreich
Dr. med. Tido von Schoen-Angerer, Kinder- und Jugendarzt, Genf, Schweiz
Georg Soldner, Kinder- und Jugendarzt, München
Dr. med. Jan Vagedes, Kinder- und Jugendarzt, Filderstadt
Dr. med. Bernhard Wingeier, Kinder- und Jugendarzt, Arlesheim, Schweiz

 

 

Herausgeber

Gesellschaft Anthroposophischer Ärzte in Deutschland e.V. (GAÄD)
Herzog-Heinrich-Straße 18
80336 München

Tel. (089) 716 77 76-0, Fax -49

www.gaed.de | infonoSpam@gaed.de

Literatur mit Anmerkungen

  1. Martin D. Fever: Views in anthroposophic medicine and their scientific validity. Evidence-Based Complementary and Alternative Medicine 2016. Article ID: 3642659. DOI: https://doi.org/10.1155/2016/3642659. Der Artikel enthält eine ausführliche Literaturübersicht zum Thema.
  2. Witsenburg BC. Masern-Sterblichkeit und Therapie. Der Merkurstab 1992;45(3):177–180. DOI: https://doi.org/10.14271/DMS-16102-DE.
  3. Soldner G, Stellmann HM. Individuelle Pädiatrie. 5. Aufl. Stuttgart: Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft; 2018.
  4. Schönberger K, Ludwig MS, Wildner M, Weissbrich B. Epidemiology of subacute sclerosing panencephalitis (SSPE) in Germany from 2003 to 2009: a risk estimation. PLOS ONE 2013. DOI: https://doi.org/10.1371/journal.pone.0068909. Im Artikel wird ein SSPE-Risiko von 1:3.300 im Ansteckungsalter unter 5 Jahren angegeben.
  5. World Health Organization. Measles vaccines: WHO position paper – April 2017. The Weekly Epidemiological Record 2017;92(17):205–228. Der Beitrag ignoriert die Publikation (4), die umstritten ist, und nennt ein SSPE-Risiko von 1:1.000–1:10.000.
  6. Rabe S. Die Trumpisierung der Impfdiskussion – ein Faktencheck (Update 11.05.19). Verfügbar unter https://www.impf-info.de/die-impfentscheidung/die-diskussion-%C3%BCber-die-impfpflicht/272-die-trumpisierung-der-impfdiskussion.html (13.05.2019). Vgl. die Statistik aller Masern-/SSPE-Todesfälle in Deutschland seit 2001 in diesem Artikel. „Untersucht man diese 23 Todesfälle unter dem Altersaspekt, zeigt sich:

    • Seit 2001 ist in D ein Säugling an Masern gestorben (2001).
    • Seit 2001 sind in D (inklusive dieses Säuglings) 7 Kinder unter 15 Jahren an Masern gestorben.
    • Seit 2001 sind in D (inklusive dieser 7 Kinder) 9 Menschen vor dem 30. Geburtstag an Masern gestorben – bei der angenommenen Zeit zwischen Maserninfektion und SSPE von maximal (!) 25 Jahren sind hiermit alle SSPE-Fälle aufgrund von Infektionen im ersten Lebensjahr (in dem die Kinder nicht selber sicher durch Impfung zu schützen sind) erfasst.
    • Alle anderen (14) Maserntodesfälle traten nach dem 30. Lebensjahr auf und haben definitiv keinen möglichen Zusammenhang zu einer Maserninfektion vor dem ersten Geburtstag.“

  7. Leuridan E, Hens N, Hutse V, et al. Early waning of maternal measles antibodies in era of measles elimination: longitudinal study. The BMJ 2010;340:c1626. DOI: https://doi.org/10.1136/bmj.c1626.
  8. Robert Koch Institut. Stellungnahme der Ständigen Impfkommission (STIKO) am RKI. Fachliche Anwendungshinweise zur Masern-Postexpositionsprophylaxe bei Risikopersonen. Epidemiologisches Bulletin 2017;(2):17–25. Verfügbar unter https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2017/Ausgaben/02_17.pdf?__blob=publicationFile (13.05.2019). Einschätzung der Immunitätslage Jugendlicher und Erwachsener in Deutschland: „Meldedaten des RKI zeigen seit 2012, dass über die Hälfte der Masernfälle bei Jugendlichen über 15 Jahre und jungen Erwachsenen auftreten. Diese Fälle betreffen überwiegend bisher ungeimpfte Personen. Gründe dafür sind, dass empfohlene Impfungen versäumt wurden und eine Wildvirusinfektion aufgrund der rückläufigen Masern-Viruszirkulation in Deutschland nicht früher stattgefunden hat. Personen, die vor 1971 geboren wurden, haben mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Wildviruserkrankung durchgemacht.“
  9. Bitzegeio J, Majowicz S, Matysiak-Klose D, et al. Estimating age-specific vaccine effectiveness using data from a large measles outbreak in Berlin, Germany, 2014/15: evidence for waning immunity. Eurosurveillance 2019;24(17):pii=1800529. DOI: https://doi.org/10.2807/1560-7917.ES.2019.24.17.1800529. Es gibt erste Hinweise auf eine langfristig nachlassende Immunität Geimpfter in der Berliner „Epidemie“ 2015, wie dieser Artikel zeigt.
  10. De Serres G, Boulianne N, Defay F, et al. Higher risk of measles when the first dose of a 2-dose schedule of measles vaccine is given at 12–14 months versus 15 months of age. Clinical Infectious Diseases 2012;55(3):394–402. DOI: https://doi.org/10.1093/cid/cis439.
  11. Poethko-Müller C, Mankertz A. Sero-epidemiology of measles-specific IgG antibodies and predictive factors for low or missing titres in a German population-based cross-sectional study in children and adolescents (KiGGS). Vaccine 2011;29(45):7949–7959. DOI: https://doi.org/10.1016/j.vaccine.2011.08.081. „Seronegativity was more likely in children who had received the first measles vaccination during their first year of life than in children who had received the first dose after the first year of life. The odds of being seronegative after early vaccination was 2.86 (95% CI 1.64-3.19) for a single dose and was 2.29 (95% CI 1.64-3.19) for two-dose vaccination. ... Our large, representative study showed inferior immune responses in children who were very young age at first vaccination (even if a second vaccination was given at older age). Children who received their first vaccination within the first 12 months of life exceeded the target of less than 5% seronegativity even if they had a second dose at older ages. ... These results indicate that mispriming of the immune system after early vaccination cannot be cured by a late second dose of MCV.“
  12. Beier D. SIKO aktualisiert Impfempfehlungen bei Masern-Mumps-Röteln, Influenza, Hepatitis B und HPV. KVS-Mitteilungen Heft 2/2017. Verfügbar unter https://www.kvs-sachsen.de/fileadmin/data/kvs/img/Mitglieder/KVS-Mitteilungen/2017-02/2017-02_schutzimpfungen.pdf (13.05.2019).
  13. Matysiak-Klose D. Aktuelle Epidemiologie der Masern in Deutschland. Epidemiologisches Bulletin 2018;(33):325–330. Verfügbar unter https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2018/Ausgaben/33_18 (13.05.2019). „Von 836 Masernfällen nach Referenzdefinition lagen Angaben zum Impfstatus vor. Von diesen waren 683 (82 %) ungeimpft, 153 (18 %) hatten bereits eine oder mehrere Impfungen gegen Masern bei Ausbruch der Masern erhalten. Von diesen lagen von 147 Masernfällen Angaben zur Anzahl der Impfungen vor; 103 von diesen Fällen (70 %) erhielten eine einmalige und 44 Fälle (30 %) zwei Impfungen oder mehr. Bei insgesamt 29 Fällen der zweifach Geimpften mit bekanntem Zeitpunkt der Impfung war die zweite Impfung länger als 21 Tage vor der Infektion mit den Masern durchgeführt worden. Bei diesen Erkrankten muss also von einer Durchbrucherkrankung ausgegangen werden. Der weitaus größte Anteil der übermittelten Masernfälle war in den letzten 15 Jahren ungeimpft (s. Abb. 2). Zwischen 10 % und 25 % der geimpften Masernfälle waren in den letzten 15 Jahren bei Ausbruch der Erkrankung zweifach geimpft.“
  14. Demicheli V, Rivetti A, Debalini MG, Di Pietrantonj C. Vaccines for measles, mumps and rubella in children. The Cochrane Database of Systematic Reviews 2012;(2):CD004407. DOI: https://doi.org/10.1002/14651858.CD004407.pub3. „The design and reporting of safety outcomes in MMR vaccine studies, both pre? and post?marketing, are largely inadequate.“
  15. Aaby P, Samb B, Simondon F, et al. Non-specific beneficial effect of measles immunisation: analysis of mortality studies from developing countries. The BMJ 1995;311(7003):481–485. DOI: https://doi.org/10.1136/bmj.311.7003.481.
  16. Welaga P, Nielsen J, Adjuik M, et al. Non-specific effects of diphtheria-tetanus-pertussis and measles vaccinations? An analysis of surveillance data from Navrongo, Ghana. Tropical Medicine & International Health 2012;17(12):1492–1505. DOI: https://doi.org/10.1111/j.1365-3156.2012.03093.x.
  17. Deutscher Bundestag. Wissenschaftliche Dienste. Verfassungsrechtliche Zulässigkeit einer Impfpflicht. 2016. WD 3 – 3000 – 019/16. Verfügbar unter https://www.bundestag.de/resource/blob/413560/40484c918e669002c4bb60410a317057/wd-3-019-16-pdf-data.pdf (13.05.2019).
    „Im Angesicht einer Sterblichkeitsrate von 30 Prozent im Falle einer Pockeninfektion wurde beispielsweise die Impfpflicht gegen Pocken vom BVerwG im Jahr 1959 als verfassungsgema?ß eingestuft. … Im Falle einer Maserninfektion betra?gt die Sterblichkeit in Deutschland laut RKI dagegen nur [!] 0,1 Prozent.“ Der aktuelle RKI-Ratgeber formuliert: „Nach Angaben der WHO liegt in entwickelten Ländern die Letalität der Masern zwischen 0,05 % und 0,1 %.“ – siehe (5) oben.
  18. Rabe S. Die Ausrottung von Krankheiten – das Beispiel Masern. 2018. Verfügbar unter https://www.impf-info.de/neben-wirkungen/wirkungen/219-die-ausrottung-von-krankheiten-das-beispiel-masern.html (13.05.2019).
  19. Kluger MJ, Kozak W, Conn CA, et al. Role of fever in disease. Annals of the New York Academy of Sciences 1998;856:224–233. „Perhaps the most convincing way to determine if fever is protective is to study its effects on morbidity and mortality. We believe that the evidence overwhelmingly points to the role of fever in enhancing specific and nonspecific immunity.“
  20. Bach JF. The effect of infections on susceptibility to autoimmune and allergic diseases. New England Journal of Medicine 2002;347(12):911–920. DOI: https://doi.org/10.1056/NEJMra020100. Siehe auch (1).