Promotions- und Forschungsseminar Anthroposophische Medizin 2017

Auf das erste Promotions- und Forschungsseminars Anthroposophische Medizin an der Universität Witten/Herdecke folgte in diesem Jahr am 20. Mai die zweite Veranstaltung. In Kooperation mit dem Universitätsklinikum und der Universität Bern, namentlich Roman Huber, Christoph Schempp und Ursula Wolf, lud die Akademie GAÄD nach Freiburg ein, um Studierende und Promovierende mit Institutionen und Forschenden zusammenzubringen. Der Einladung folgten 34 Teilnehmerinnen und Teilnehmer (Mediziner und Pharmazeuten), darunter erfreulich viele junge Kolleginnen und Kollegen (27), die vor allem aus Freiburg und dem Umland, aber auch aus Berlin oder Herdecke angereist waren. Während manche durch die Teilnahme am Einführungsseminar oder durch Praxis- und Klinikfamulaturen Vorkenntnisse mitbrachten, war für die meisten die Anthroposophische Medizin Neuland.

Nach einem kurzen gegenseitigen Kennenlernen hatten zunächst Roman Huber und Christoph Schempp für die Universitätsklinik Freiburg (Unizentrum Naturheilkunde und skinitial), Helmut Kiene für das Institut für angewandte Erkenntnistheorie und medizinische Methodologie, Erik Baars für die Universität Leiden, Stephan Baumgartner für die Universität Bern (IKOM – Institut für Komplementärmedizin), Jan Vagedes für das ARCIM-Institut und Johannes Weinzirl für die Universität Witten/Herdecke (Gerhard-Kienle-Lehrstuhl) Gelegenheit, ihre Institutionen und die dortigen Forschungsschwerpunkte vorzustellen. Georg Soldner informierte zudem über das Forschungsinstitut Havelhöhe, dessen Vertreter aus terminlichen Gründen nicht anwesend sein konnten. Schon jetzt kamen viele Fragen zu möglichen Projekten und Arbeitsabläufen auf. Es wurde deutlich, wie stark die anthroposophisch-medizinische Forschung international vernetzt ist und wie viel Kapazität in der Betreuung von medizinischen, pharmazeutischen und naturwissenschaftlichen Promotionen vorhanden ist.

Daraufhin sprachen Charlotte Schönfeld, Annekathrin Ücker und Jasmine Seiwerth – Freiburger Doktorandinnen, die sich alle in unterschiedlichen Stadien ihrer Arbeit befinden – über ihre Forschung und ihre Erfahrungen mit der Arbeit sowie im Kontakt mit der Anthroposophischen Medizin, die bei den Dissertationen nicht unmittelbar im Vordergrund stand. Gerade in diesem Programmpunkt gab es viel Raum für Fragen und Austausch, und es entwickelte sich ein intensives, praxisbezogenes Gespräch mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Am Nachmittag standen Projekt- und Arbeitsangebote sowie Finanzierungsmöglichkeiten im Vordergrund. Spätestens jetzt wurde deutlich, dass sich ein solches Treffen nicht nur an die  Studierenden richtet, sondern auch Begegnungs- und Vernetzungschancen für die Institutionen bereithält. Roman Huber und Erik Baars boten an, Promotionen über Landesgrenzen hinweg, also zwischen Freiburg und Leiden zu betreuen. Schon bei Jan Vagedes war angeklungen, dass der Arbeitsort und die betreuende Uni keineswegs gleich sein müssen. Es gibt viele Beispiele für gut kooperierende Betreuer von verschiedenen Standorten. Zum Ende hin blieb noch der „Markt der Möglichkeiten“, also das Angebot an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, mit den Institutionen direkt ins Gespräch zu kommen. Auch wenn dies bereits seit dem Vormittag der Fall war, entwickelten sich noch viele Einzelgespräche.

Das Promotions- und Forschungsseminar Anthroposophische Medizin hat sich bereits mit dieser zweiten Veranstaltung voll etabliert. Es zieht junge Studenten an, vermittelt einen attraktiven und breiten Eindruck der Forschung AM und ermöglicht in einer angenehmen und lockeren Atmosphäre das Kennenlernen und den Austausch auf Augenhöhe, etwas, das im akademischen Alltag nicht selbstverständlich ist. Das nächste Promotionsseminar ist für den 5. Mai 2018 in Berlin geplant.

Wir möchten uns herzlich bei allen Beteiligten für ihr Engagement bedanken, das durchaus keine Selbstverständlichkeit ist. Danke!

Ihre und Eure Akademie GAÄD