Promotions- und Forschungsseminar Anthroposophische Medizin 2016

Um die Anthroposophische Medizin auch für die Zukunft zu stärken, ist das Engagement für den Nachwuchs unerlässlich. Nachdem sich die Akademie GAÄD in ihrem Netzwerk Forschung AM für das Gespräch zwischen den vielen verschiedenen anthroposophisch-medizinischen Forschungseinrichtungen im deutschsprachigen Raum einsetzt und Forschung auch aus der Lehre und der Weiterbildung nicht wegzudenken ist, ist es nur folgerichtig, dass es ein Seminar geben sollte, dass Studenten an das wissenschaftliche Arbeiten und die Forschung heranführen kann. 2015 wurde im Rahmen des Akademie-Forschungskolloquiums mit der Entwicklung des Promotions- und Forschungsseminars dieser Schritt in Angriff genommen, und Ende April 2016 in die Tat umgesetzt.

Der erste Veranstaltungsort des Seminars sollte die Universität Witten/Herdecke sein, genauer der Gerhard-Kienle-Lehrstuhl für Medizintheorie, Integrative und Anthroposophische Medizin. Auch wenn
die Resonanz vor dem Seminar noch ein wenig verhalten war, so haben sich am Freitag, den 29.
April, doch rund 35 Studentinnen und Studenten aus ganz Deutschland am Dörthe-Krause-Institut im
Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke eingefunden, um etwas über Forschung und Promotion zu
hören – die Gelegenheit zum Austausch war geschaffen.

Forschung und forschendes Denken sind eine wichtige Voraussetzung für gute Mediziner, und die Zeit des Forschens ist nun mal oft die Anfangszeit einer medizinischen Laufbahn. Umso mehr kann eine  Zusammenschau der Vielfalt forschender Institutionen für den „suchenden Nachwuchs“ eine Inspiration sein. Entsprechend umfasste das Programm des Wochenendes viele Mosaiksteine der anthroposophisch-medizinischen Forschung. Es war inspirierend. Die unterschiedlichen Institutionen präsentierten sich und konkrete Forschungsarbeiten aus ihren Reihen, und so vielfältig die Schau war – Versorgungsforschung, Chronobiologie, Qualitative Studien, Heilmittelforschung, Medizinische  Anthropologie –, eines war bei allen spürbar: die Begeisterung für die eigene Arbeit, das innere Feuer, das immer wieder als Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Promotion genannt wurde. Dabei blieben die Referenten nie an der Oberfläche, scheuten keine akademische Tiefe, belebten die Präsentationen mit Details und Anekdoten und konnten zeigen, wie innovativ Forschung mit einem anthroposophisch-medizinischen Schwerpunkt ist. Dass dies gleichzeitig so kollegial und gegenseitig wertschätzend geschah, darf als besondere Qualität dieses Seminars hervorgehoben werden. Darüber hinaus bot das Seminar nicht nur Vorträge zu Forschungsprojekten, Ziel des Wochenendes war es auch, erkenntnistheoretische Gesichtspunkte und wissenschaftliches Arbeiten als solches zu vermitteln, und die Teilnehmer konnten in Workshops am Samstag ihre Forschungsfrage entwickeln, den Sinn eines Exposés entschlüsseln oder Literatur suchen und zitieren.

Die Abschlussrunde zeigte, dass dieses erste Promotions- und Forschungsseminar Anthroposophische
Medizin für die Teilnehmer gut und anregend war. Man hätte – so die Rückmeldung – in jedem Bereich noch mehr Zeit verbringen und das inhaltliche Spektrum auch auf Finanzierungsmöglichkeiten und Promotionsordnungen erweitern können. Vor allem das Üben der ersten Schritte hin zu eigenen Forschungsprojekten wurde gerade vom Nachwuchs sehr begrüßt. Rund um also genug Anregungen, um sich auf die zweite Veranstaltung zu freuen, die für 2017 in Freiburg i.Br. geplant ist.

Wir möchten uns herzlich bei allen Beteiligten und vor allem dem Lehrstuhl für Medizintheorie, Integrative und Anthroposophische Medizin der Universität Witten/Herdecke für ihr Engagement bedanken, das durchaus keine Selbstverständlichkeit ist. Danke!

Ihre und Eure Akademie GAÄD