Hochschultagung 2018

Die umkämpfte Mitte der therapeutischen Beziehung

Berufsgruppenübergreifende Seminararbeit der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft. Für Ärzte, Pharmazeuten, Pflegende und Therapeuten, die Mitglieder der Freien Hochschule oder an der Freien Hochschule interessiert sind.

Samstag, 13. Januar bis Sonntag, 14. Januar 2018, am Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe

in die »Mitte« zu kommen, ist ein tiefer Wunsch, der sowohl von Patienten als auch Therapeuten empfunden wird. Was meint diese »Mitte« und wie kommen wir in den alltäglichen Belastungen wie auch den Herausforderungen der Krankheit zu ihr? In der Mitte angekommen erlebt sich der Mensch in seinem Ich-Wesen, erfährt seine Autonomie, wird befähigt, selbstbestimmt zu handeln und eine freie Beziehung zu anderen Menschen zu entwickeln. Diese »Mitte« ist gefährdet. Sie ist nichts Gegebenes, sondern immer ein Werdendes, etwas umkämpftes, das es zu erringen gilt.

In der Begegnung mit dem Patienten kommt es auf die richtige Frage an. Findet sie eine Antwort, erhellt sich ein vorher im Dunkeln liegender Zusammenhang. Aus Finsternis entsteht Licht. Häufig stellt sich aber eine illusionsbelastete, vorschnelle Antwort ein. Ihr Licht ist kein Wahrheitslicht, sondern trügerisch. Es offenbart nichts vom Wesen des anderen Menschen. Die richtige Frage an den Patienten ist in das Spannungsfeld von Finsternis und verkennender Illusion, also trügerischem Licht, gestellt. In der Beziehungsgestaltung zum Patienten entwickelt sich eine entsprechende Polarität: Das empfundene Mitleid steht hier im Spannungsfeld von kalter Teilnahmslosigkeit und fruchtlosem Bedauern. Es gilt, die Mitte zwischen den Extremen zu finden. Auch das Heilen kennt diese Polarität: Im Organismus muss ständig ein Gleichgewicht zwischen Leben und Tod angestrebt werden. Zuviel Leben führt genauso zur Krankheit wie überwiegende Abbau- und Sterbeprozesse.

Die Mitte im Wesen des Menschen und in der therapeutischen Beziehung ist in dieses Spannungsfeld gestellt. Ihre Erkenntnis und Vergegenwärtigung hilft, immer besser die Mitte im Gleichgewicht der Kräfte halten zu können. Im Erkenntnisweg der Michaelschule wird diese »geistige Waage« zum Meditationsinhalt und kann dazu beitragen, im Spannungsfeld der polaren Gefährdungen das Menschsein zu behaupten. Wir beschäftigen uns durch Patientenvorstellungen und Krankheitsverläufe mit dieser Polarität und mit Übungsschritten zur Entwicklung der Mitte.

Für die Vorbereitungsgruppe
Matthias Girke


Die umkämpfte Mitte der therapeutischen Beziehung

Anmeldung Hochschultagung 2018

Verbindliche Anmeldung bis Freitag, den 5. Januar 2018
Tagungsbeitrag mit Vollverpflegung*
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