Das Netzwerk Forschung in der Akademie GAÄD

Die Akademie Anthroposophische Medizin der Gesellschaft Anthroposophischer Ärzte in Deutschland (GAÄD) dient Forschung, Lehre und Wissenschaft innerhalb der Anthroposophischen Medizin. Sie organisiert die gegenseitige Wahrnehmung der auf individueller Initiative beruhenden Aktivitäten in diesen Feldern durch die Etablierung entsprechender Organe und fördert eine Netzwerkbildung der Einzelpersonen und der Institutionen, die diese Aufgaben wahrnehmen.

Forschung, Wissenschaft und Erkenntnis auf dem Feld der Medizin – im Spannungsfeld zwischen Detailfragestellungen und einem umfassenden Verständnis des Menschen nach Leib, Seele und Geist in Gesundheit und Krankheit – stellen einen wesentlichen Teil der Akademieaufgaben dar. Die Anthroposophische Medizin versteht sich als eine fragende und forschende Medizin nach dem Wesen des Menschen und einem umfassenden Verständnis der ihn bedrängenden Erkrankungen. Fragen, Forschen und Erkenntnis finden dabei im gesamten Spektrum von individueller ärztlicher Erkenntnisbildung bis hin zu formalisierten großen Studien statt. Ein besonderes Anliegen ist die Fundierung ärztlicher und medizinischer Erkenntnisgewinnung in einer im Individuum und in der menschlichen Denkkraft verorteten, umfassenden Urteilsbildung, auch für die in großen formalisierten Studienzusammenhängen gestellten Fragen.

Um diesen Weg einer forschenden und fragenden Ärztegesellschaft mit dem Ziel der stetigen Verbesserung von Behandlung und Versorgung der betroffenen Patienten zu gestalten, entwickelt die GAÄD im Rahmen ihrer Akademie ein Netzwerk Forschung.

Für die auf dem Feld der Anthroposophischen Medizin tätigen Forscher und Forschergruppen organisiert die Akademie GAÄD Foren des wechselseitigen Austausches, der gegenseitigen kritischen Diskussion und der gemeinsamen Projektentwicklung. Dazu gehören regelmäßige Forschungskolloquien, die seit 2014 zweimal jährlich stattfinden und Forscher, Forschungsgruppen und Forschungsinitiativen aus Deutschland und weiteren europäischen Ländern zusammenbringen. Die Kolloquien sind von Anfang an international veranlagt und suchen den Austausch mit anderen nationalen Forschergruppen und dem internationalen Research Council der Medizinischen Sektion in Dornach/Schweiz. Angestrebt wird eine Intensivierung der Kommunikation zu wichtigen Themen und Fragen einer alle Wesensaspekte des Menschen berücksichtigenden Medizin. Ziel ist die sinnvolle Bündelung von Kräften und Ressourcen zu zentralen Fragestellungen, wie z.B. zu dem Themenbereich Infektionserkrankungen, Antibiotika-Resistenz, Fieber und ökologische Therapiekonzepte. Weitere aktuelle Themenschwerpunkte sind der anthroposophische Beitrag zu einer Integrativen Onkologie, zur Integrativen Schmerztherapie und zu einer nachhaltig entwicklungsfördernden Schwangerschaftsbegleitung, Geburtsbegleitung und Kinder- und Jugendheilkunde.

Mit den Kolloquien wird eine Plattform angestrebt, um Forschungsfragen intensiviert wahrzunehmen, gemeinsam für die Forschung in der Anthroposophischen Medizin wichtige Themen zu besprechen und das Netzwerk Forschung Anthroposophische Medizin weiter zu entwickeln. Der Bedarf und die Chancen der Anthroposophischen, Komplementären und Integrativen Medizin im politisch-gesellschaftlichen Umfeld und das Erschließen neuer Ressourcen für Forschungsprojekte können dort gemeinsam erörtert und zu abgestimmten Projekte entwickelt werden.

Die Initiative einzelner Forscher, von Forschergruppen und Forschungsinstitutionen wird durch die Netzwerkbildung in keiner Weise tangiert, sondern die gegenseitige Wahrnehmung der Tätigkeiten intensiviert und der gegenseitige Austausch sowie eine gemeinsame Zielorientierung angestrebt.

In Kooperation mit den einzelnen Forschungsinstituten und Standorten sind weitere Formate wie z.B. Wissenschaftstagungen, Forschungstreffen, Promotionsseminare und Kongresse möglich. Eine Jahresvorschau bereits geplanter Treffen findet sich unter Veranstaltungen.

 

Für weitere Informationen, Anregungen und Fragen wenden Sie sich bitte an

und im Zusammenhang mit Forschungsfragen auch an

 

(F. Edlehäuser)