Allgemein- und Familienmedizin

Die Anthroposophische Medizin blickt auf den erkrankten Menschen individuell und in der Umfänglichkeit seines Menschseins. Das umfasst eine vertiefte Konstitutions- und Krankheitsbetrachtung nach den Dimensionen physischer Leib, Lebenskräfteorganismus, Psyche und autonome Persönlichkeit. Wichtig ist dabei, den zeitlichen Verlauf einer Erkrankung, die mitunter ihre Wurzeln Jahrzehnte zurück haben kann, einzubeziehen. Ebenso entscheidend für eine umfassende Erkenntnis des einzelnen Menschen ist eine subtile Kenntnis seines sozialen Umfeldes.

In der ambulanten hausärztlichen Betreuung, die im Idealfall über Jahrzehnte eine tragende Beziehung aufbaut und die Begleitung oder zumindest Wahrnehmung von Lebenspartnern, Kindern, Eltern und sozialem Umfeld einschließt, liegt eine ideale Ausgangsbasis für eine im o.g. Sinne umfassende Tätigkeit.

Obwohl diese durchaus auch weiterhin von umfassend weitergebildeten Ärzten in Einzelpraxen geleistet werden kann, bieten sich im Zuge der immer differenzierteren Anforderungen hier besonders die vielfältigen Formen der fachgruppenübergreifenden Zusammenarbeit sowohl verschiedener Ärzte in Praxisgemeinschaften, Gemeinschaftspraxen oder MVZs an, als auch die Zusammenarbeit mit Therapeuten im Rahmen eines Therapeutikums (s.u.). So kann die organisierte Zusammenarbeit eines Kinderarztes, eines Gynäkologen und eines hausärztlichen Internisten eine differenzierte und doch umfassende Begleitung einer hausärztlichen Kernaufgabe ermöglichen.